Freitag, Juni 24, 2005

TV Nellingen 2. Handball - Frauen - Bundesliga sucht Torfrau

Der Aufsteiger TV Nellingen sucht für die kommende Saison eine Torfrau, die schon internationale Erfahrung hat oder zumindest Spielerin im Juniorinnen-Nationalkader ihres Landes ist. Geboten wird leistungsgerechte Entlohnung, Sprachkurs und Ausbildung, sofern arbeitsrechtlich möglich, in einem Lehrberuf. Es besteht auch die Möglichkeit der Einstellung einer Vollprofi-Spielerin. Bewerbungen mit Angabe der Spielstärke; dokumentiert mit einem Spielvideo an Fa. Incos, Sportmarketing & Veranstaltungen, Bahnhofstr. 15, 71083 Herrenberg. Telefonisch steht Ihnen Herr Maurer jederzeit unter der Telefonnummer 07032-795837 zur Verfügung.

Freitag, Juni 10, 2005

Adidas Deal in den 90ern wird neu aufgerollt.

Berufungsgericht prüft dubiosen Besitzerwechsel in den 90ern. Tapie fordert Unsummen!

Der dubiose Besitzerwechsel beim Sportartikelhersteller Adidas vor zwölf Jahren wird seit Mittwoch vor dem Pariser Berufungsgericht aufgerollt. Die Richter berieten über den Antrag des früheren Geschäftsmanns und zeitweiligen französischen Spitzenpolitikers Bernard Tapie auf 990 Millionen Euro Entschädigung vom französischen Staat. Tapie wirft der einstigen Staatsbank Crédit Lyonnais (CL) vor, ihn beim Weiterverkauf von Adidas in den 90er Jahren geprellt zu haben. 1996 war die Bank vom Pariser Handelsgericht verurteilt worden, Tapie eine Rückstellung von umgerechnet 90 Millionen Euro zu zahlen. Dieser Spruch war 1999 von Berufungsrichtern gekippt worden.
Tapie hatte bei Adidas 1990 für 470 Millionen Mark die Mehrheit übernommen. 1993 veräußerte er das Unternehmen mit Hilfe des Crédit Lyonnais wieder. Seinen Angaben zufolge übernahm die Großbank Adidas zunächst für umgerechnet 318 Millionen Euro selbst, wusste dabei aber bereits, dass sie Monate später dafür beim Weiterverkauf an den französischen Industriellen Robert-Louis Dreyfus das Doppelte kassieren konnte.
Tapie erschien am Mittwoch nicht selbst vor Gericht. Im Rundfunksender France Inter begründete der 62-jährige dies am Morgen damit, dass er Fieber habe. Es wurde damit gerechnet, dass das Gericht die Hauptverhandlung ohne Tapie abschließen und die Urteilsverkündung für einen späteren Termin in Aussicht stellen würde.
Im April war die letzte Frist für eine gütliche Einigung zwischen Tapie und dem 1996 eingerichteten Konsortium CDR verstrichen, das nach der CL-Privatisierung für die Abwicklung der vorherigen Geschäfte zuständig ist. Tapie argumentiert, er sei durch das Vorgehen der damaligen Staatsbank wirtschaftlich "ruiniert" worden. "Ich will nicht, dass hundert Prozent der Franzosen mich für einen Betrüger und einen schlechten Geschäftsmann halten", sagte er im Vorfeld des Prozesses. CDR hatte zuletzt vorgeschlagen, Tapie hundert Millionen Euro Schulden zu erlassen.
Der Adidas-Besitzerwechsel wurde 1994 von einem Untersuchungsausschuss des französischen Parlaments aufgerollt. Damals hatte der frühere CL-Chef Jean Peyrelevade Tapies Argumente zurückgewiesen und betont, der Geschäftsmann habe Adidas nur dank der Kredite seines Instituts erwerben können. Im November 2004 hatte das Berufungsgericht erklärt, die Konfliktparteien sollten eine gütliche Einigung anstreben. Nach Informationen der Tageszeitung "Le Monde" stuften Experten die Transaktionen in vertraulichen Berichten für das französische Finanzministerium als "undurchsichtig" ein und stellten fest, für den Staat gebe es ein "finanzielles Risiko".
Tapie ist eine schillernde Persönlichkeit. Unter dem damaligen sozialistischen Präsidenten François Mitterrand war er 1992 kurzfristig Minister für Städtebau. Nach zahlreichen wirtschaftlichen Fehlschlägen wurde er 1994 unter Zwangsaufsicht der Steuerbehörden gesetzt. Weil er für den südfranzösischen Traditions-Club Olympique Marseille den Sieg bei einem Erstliga-Fußballspiel durch Schmiergelder erkauft hatte, saß er gut fünf Monate im Pariser Santé-Gefängnis ein. Zuletzt betätigte sich der Ex-Manager als Schauspieler.
8. Juni 2005 - 13.23 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2005 /aus www.123recht.net

Dienstag, Juni 07, 2005

Vereine aufgepasst! Zuschüsse bei Kommunen schnell beantragen

Die Stadt Böblingen gibt den Vereinen die faire Möglichkeit, rechtzeitig die Anträge zu stellen.

Böblinger Vereine und Religionsgemeinschaften die im Jahr 2006 Neu- oder Erweiterungsbauten, Instandsetzungen oder Sanierungsmaßnahmen planen oder eine Beschaffung von höherwertigen beweglichen und unbeweglichen Gegenständen beabsichtigen, müssen ihre Zuschussanträge bis spätestens 31. August 2005 beim jeweiligen Fachamt der Stadt stellen. Unter der Adresse www.boeblingen.de sind die neu gefassten Richtlinien zu finden. - z - (aus szbz.de - Sindelfinger - Böblinger Zeitung vom 6.6.2005).

Immer mehr Städte und Gemeinden kürzen die Zuschüsse. Als Finanzvorstand eines Vereins sollte man deshalb laufende oder geplante Vorhaben (auf 3-5 Jahre) vorziehen, die Realsierung auf mehrere Jahre verteilen und die Zuschüsse alsbald beantragen, bevor diese gestrichen oder gekürzt werden. Planen Sie Kürzungen vorsorglich ein und berücksichtigen Sie diese in Ihrem Investitionsplan.

Auch in Herrenberg wurden bereits Kürzungen in der Vereinsförderung vorgenommen.

Montag, Juni 06, 2005

1. Männer Bundesliga wahrscheinlich mit 20 Teams in Saison 2005/06

Laut Handballmagazin Nr. 6/2005 soll die 1. Handballbundesliga der Männer mit 20 Teams gespielt werden, falls die Vereine juristisch doch noch die Lizenzen erhalten. Somit ist für den VfL Pfullingen u. a. der Klassenerhalt gesichert. (siehe Kommentar unten). Das wirft die Frage auf, ob 20 Teams die richtige Liga Größe ist oder ob in der nächsten Saison wieder reduziert werden soll. Die Arenen sind da und dürfen aus wirtschaftlichen Gründen nicht leerstehen. Eine Auslastung hilft den Arenen und Spielhallen, aber auch die Einnahmen der weiteren Heimspiele helfen den Vereinen, ihre wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Die Ausgaben sind die in etwa die gleichen, wenn man von den Kosten (überwiegend Fahrtkosten) der weiteren Auswärtsspiele absieht. Die Spieler-, Trainer und Managergehälter laufen weiter. Die sonstigen Fixkosten sind von den Vereinen nicht einzusparen. Es spricht also wirtschaftlich alles dafür und nichts dagegen. Allerdings sind hier wiederum die reichen Clubs im sportlichen Vorteil, da sie sich einen größeren Kader leisten können. Vereine mit sparsamen Budget - wo möglich in strukturarmen Regionen - sind wieder benachteilt und sind oft am Existenzminimum zur Erreichung der Spiellizenz. Abgesehen davon kommen noch die internationalen Vereins- und Nationalmannschaftstermine dazu. Der Zeitplan wird für die Spieler enger und dies bevorteilt wieder die Clubs mit großem Spielerkader, also einem großen Budget. Spagataktionen einiger Vereine sind vorprogrammiert. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist, in einer Zeit, wo Sponsoren aus dem Mittelstand immer weniger werden. Lösungen sind dringend erforderlich !?!

Samstag, Juni 04, 2005

Hondo 1 Jahr gesperrt - Team Gerolsteiner in der Zwickmühle

Laut Bericht von heute des Gäuboten Herrenberg ist der Manager Hans Holczer in einer verzwickten Lage. Laut dem Redakteur ist er, egal wie er sich entscheidet, Kritik ausgesetzt. Eine wahre und komplexe Problemstellung. Wird er wieder für Gerolsteiner an den Start gehen, werden Kritiker dem Rennstall vorwerfen, Dopingsünden nicht ernst zu nehmen. Fährt Hondo erfolgreich für einen Konkurrenten, ist der sportliche Erfolg nicht da und die Sponsoren, die Aufmerksamkeit durch sportliche Erfolge - nicht durch Skandale - wünschen, sind unzufrieden. Sportliche und gleichzeitig sportethisch unantastbare Persönlichkeiten sind rar, aber die Förderung solcher Sportler sollte im Ehrenkodex auch der Sponsoren stehen, wenn diese glaubwürdig bleiben wollen. Die Presseberichterstattung hat bisher nicht die Hintergründe beleuchtet, die zu der Sperre führten. Es kommt mal wieder darauf an, wie der Einzelfall sich darstellt. Eine pauschale Aussage ist schwer zu treffen. Auch wenn nicht alle Hintergründe bekannt werden sollten, muss man dem Team Gerolsteiner und seinem Manager soviel Vertrauen entgegenbringen, und - egal wie die Entscheidung ausgeht - die Entscheidung akzeptieren. Immerhin sind auch noch andere als die sportethische oder die wirtschaftliche Frage zu bewerten; zum Beispiel der Sportler Hondo als Mensch.

Freitag, Juni 03, 2005

VfL Pfullingen weiter erstklassig?

Mein Kommentar zu den Lizenzentzügen in der Handball-Bundesliga


Ob sich der VfL Pfullingen schon freuen kann, ist für mich mehr als fraglich. Jedenfalls ist dies bisher aus den Pressemitteilungen nicht sicher hervorgegangen. Genau so unsicher ist aber auch, ob die Gerichte den geouteten Vereinen ihre Lizenzen zurückgeben.

Nach den Statuten des Deutschen Handballbunds ist der eine oder andere Lizenzentzug möglicherweise rechtens. Dies werden letztendlich – siehe Bericht vom 30. 5. 2005 – die ordentlichen Gerichte zeigen (oder auch nicht).

Der Knackpunkt dürfte jedoch sein, ob letztendlich ein Verband überhaupt als Organ entscheiden kann (und aufgrund welcher Unterlagen), ob ein Verein bestimmte wirtschaftliche Bedingungen erfüllt oder nicht. Und vor allem stellt sich die Frage, ob diese Bedingungen tatsächlich Anzeichen einer Pleite oder Misswirtschaft erkennen lassen.Hat der DHB die Fachmänner in seinen Gremien, die eine rechtssichere Entscheidung herbeiführen können. Davon muss man zunächst bei einem Verband ausgehen! Wurden jedoch auch alle Unterlagen vollständig eingereicht. Hier ist man zunächst auf die Ehrlichkeit und Seriosität der Vereine angewiesen. Wenn es ums Überleben geht, werden auch hier – ohne irgend einem Verein etwas unterstellen zu wollen – subjektive Wahrheiten Motiv für die Vorlage-bereitschaft sein. Ist der Prüfungsmaßstab überhaupt tauglich, wirtschaftliche Gefahren, die sich erst zukünftig auswirken, zu erkennen. Wäre der Schaden wirklich so groß, wenn in der laufenden Runde ein Verein aus wirtschaftlichen Gründen ausscheiden muss? Für den Verein wäre dies sowieso ein Image- und vor allem ein finanzieller Verlust, aber welcher Verein plant und will das schon? Für die Liga wäre dies wohl kaum eine Beeinträchtigung, außer dass man die Tabelle bereinigen müsste und der Spielplan gestrafft wird. Auch die Aussage des Herrn Jacobsen zeigt, dass es hier auch um andere Beurteilungsmaßstäbe geht. Wenn die Unterlagen geprüft sind, so sind die Ergebnisse ohne schuldhaftes Verzögern zu veröffentlichen, auch wenn der letzte Spieltag der laufenden Runde bevorsteht. Alles andere wäre ein Verschleppen und würde evt. auch Gläubigerschutzinteressen und insbesondere die Interessen der geschützten Profispieler, die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten, gefährden. Je früher die Tendenzen bekannt sind, desto eher können die Spieler der betroffenen Vereine sich nach anderen Arbeitgebern umsehen. Und hier beginnt die Problematik.
In der freien Wirtschaft gibt es die Insolvenzordnung, die auch für die Vereine gilt. In der Krise können sämtliche Rechtsgeschäfte angefochten werden, die in bestimmten Zeiträumen vor der Insolvenz gelaufen sind; also möglicherweise auch die Lizenzanträge. In einem Fall der Insolvenz in der laufenden Runde könnte der Insolvenzverwalter auch diese Rechtshandlung anfechten, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Ist dann die Lizenzerteilung überhaupt noch ein taugliches Mittel, eine Zertifizierung zu sein? Greift man in einer freien Marktwirtschaft nicht viel zu sehr in die bestehenden Eigentums- und Wettbewerbsverhältnisse; insbesondere in die freie Marktwirtschaft, ein? Was will Deutschland noch alles bürokratisch mit viel Verwaltungsaufwand und Missbrauchsgefahren regeln. Die Verbände sollten sich aus den staatlichen Aufgaben m. E. heraushalten und sich auf die Organisation ihres Sports beschränken. Ich frage mich deshalb, ob ein Lizenzverfahren das wirklich bringt, was sich die Funktionäre erhoffen? Was halten Sie von diesen Thesen?

Ich würde mich freuen, wenn ich zu diesem Thema zahlreiche Reaktionen erfahren kann. Nutzen Sie hierzu die Möglichkeit der Abgabe von Kommentaren zu diesem Thema.

gez. Rechtsanwalt Wolfgang Maurer