Mittwoch, April 20, 2005

Achtung bei gelegentlichen Teilnahme an Hobbyturnieren!

Halten sich Arbeitnehmer beim Betriebssport fit, stehen sie unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das gilt jedoch nicht für Betriebssportler, die nur gelegentlich bei Fußballturnieren dem runden Leder hinterher jagen. So urteilte das Bundessozialgericht in gleich zwei jetzt veröffentlichten Entscheidungen (B 2 U 38/03, B 2 U 16/04 R).In beiden Fällen nahmen Arbeitnehmer an betrieblich organisierten Fußballturnieren teil und verletzten sich dabei. Nur sporadisch hatten die verletzten Arbeitnehmer zuvor an Turnieren teilgenommen, trainiert wurde selten. Die zuständigen Berufsgenossenschaften lehnten Entschädigungen ab, weil es sich nicht um Arbeitsunfälle handelt. „Sportliche Betätigung im Betrieb ist nicht versichert, wenn Arbeitnehmer allein an Turnieren mit Wettkampfcharakter teilnehmen“, begründeten sie ihre Ablehnung. Die Kasseler Sozialrichter gaben den Berufsgenossenschaften Recht: „Betriebssport ist dann versichert, wenn er dazu dient, die durch berufliche Tätigkeit bedingte körperliche Belastung auszugleichen.“ Regelmäßiges und durch das Unternehmen gefördertes Training ist ebenso Vorraussetzung, wie ein auf Betriebsangehörige beschränkter Teilnehmerkreis.Liegen diese Voraussetzungen vor, dürfen Arbeitnehmer aber auch an betrieblich organisierten Fußballturnieren teilnehmen. Dann dürfen Arbeitnehmer sogar gegen Teams aus anderen Unternehmen antreten.